FogShoot - Mein Nebelversuch

Als das neue Windows 10 erschien, hat mich weniger das Betriebssystem interessiert, als die Art, wie das neue Standardhintergrundbild entstanden ist. Wahnsinnig aufwändig wurde hier ein - wie ich finde - sehr gelungenes Foto erstellt. Mir hat besonders gefallen, dass man trotz moderner Technik wieder mehr auf "echte" Effekte setzt. Wie echt das neue Bild ist, kann ich nicht sagen und in wie weit das Video dazu mehr als PR zu sehen ist, denn als ehrliches MakingOf, da habe ich meine Meinung. Aber mich hat das Bild zum Nachmachen angespornt und hier sind die Ergebnisse.

Vorgeschichte(n)

Es war mal eine teure Fotoproduktion die dann mittelteuer nachgemacht wurde. Mich spornte dies an es in super billig nachzumachen und das Ergebnis war für mich überraschend gut. Und ebenso verhält es sich hier. Diese Megaproduktion für das neue Hintergrundbild von Microsoft namens Hero wollte ich gern persönlich nachmachen, aber eben in wirklich preiswert.

Der Werdegang

Das Bild von Microsoft war meine Motivation, aber ein alter Glasbilderrahmen auf dem Sperrmüllhaufen vor dem Haus war der echte Auslöser (ein Dank an den netten Nachbarn unbekannter Weise). Kurz entschlossen habe ich meinen Müll abgeladen und die Glasscheibe mitgenommen. Auf einem Sommerfest hatte ein Nachbar (Junior) eine Nebelmaschine und die durfte ich mir ausleihen (ein Dank an Maxi für die Unterstützung). Der Beamer stammt von meinem Vater (ein Dank an dieser Stelle). Damit waren alle Zutaten, die ich noch brauchte vorhanden und es konnte losgehen.

Für den Aufbau habe ich schwarzen Stoff so gespannt, dass er wie eine Kiste von fünf Seiten her die Umgebung abgedeckt hat. Die Glasscheibe teilte diese Box dann diagonal in zwei Hälften, wobei durch ein kleines Loch der Beamer die Scheibe von hinten anleuchtet. Von vorn stand meine Kamera auf einem Stativ und das war es dann auch schon. Ab hier war es ein Lichtspiel mit verschiedensten Einstellungen und Aufbauten. Die wichtigsten Einflussgrößen waren das projezierte Bild, der Nebel und dessen Ausbreitung/Verwirbelung/Intensität und die Position der Kamera.

Kleine Trickkiste

Was waren so die Erfahrungen, die man teilen kann?

Es war von Vorteil eine eher kleine Nebenmaschine zu verwenden, die zudem sehr gut dosierbar war. Dadurch konnte man den Nebel so gut es eben möglich ist steuern. Schwaden beim direkten austreten und homogen, wenn man diesen zusätzlich ventiliert hat oder einfach mal kräftig durcheinanderpustet.

Immer mal Pause machen. Das hilft den Rauchmeldern im Haus und bringt Klarheit ins Bild zurück. Die Trennung durch die Glasscheibe sollte zudem gut funktionieren, denn sonst verliert man die Kontrolle.

Für die Bildkontrolle und den Auslöser habe ich mich von der Kamera getrennt. Auf einem extrenen 22" Bildschirm kann man genauer sehen, was gerade passiert und per Funkauslöser ist man schnell am Drücker. Die Helle Haus spiegelt zudem unnötig in der Glasscheibe, bei bestimmten Winkeln.

Überhaupt sollte man viele Winkel ausprobieren, denn die Rückreflektion von der Scheibe muss unbedingt reduziert werden.

Die Maße des Aufbaus sind stark voneinander abhängig. Daher empfiehlt sich ein größerer Aufbau, aber es ging schon ganz gut.

Spiele Sie mit vielen Bildvarianten, denn es funktioniert nicht alles gleichermaßen gut. Manches ist sogar überraschend gut gegangen.

Ups..weg ist das projezierte Bild

Ich hatte keine Ahnung und anfangs die Scheibe so belassen wie sie war: staubig. Irgendwann wollte ich die natürliche Struktur des Staubes weghaben und die Scheibe auf hochglanz gereinigt. Eine recht blöde Idee, wie sich schnell zeigte, denn die Projektion war weg und der Effekt damit auch. Im Original wird hier mit Folien gearbeitet und verschiedenen Glasaufbauten, samt Abschattungen. Alles scheidet bei einer billig Umsetzung aus. In der Not fiel mir ein Trick für Filter ein, wo man einfach mit Öl/Butter einen Fettfilm aufbringt und das habe ich dann gleichmäßig auf der Scheibe gemacht .. mit sagenhaften Erfolg.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden, wenn man die Umstände bedenkt. Die Wertigkeit der Bilder hätte besser sein können und vielleicht ist die Motivwahl zu sparsam gewesen. Ab hier sind die Bilder zur Bewertung freigegeben.

 

Kommentare

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Sehr schöner Blog, lese hier sehr gerne mit