Alltag mit dem Asus UX305 ZenBook

Reviews über das Asus UX305 gibt es zur Genüge, aber es gibt ebenso viel Unsinn. Hier mal kein synthetischer Test, sondern ein Alltagstest. Meine Erfahrung aus 4 Monaten täglichem Arbeiten mit dem Ultrabook.

Mein erster Eindruck

Im Zeitalter von Onlinegeblubber verliert der erste Eindruck zunehmend an Bedeutung und ich muss feststellen, dass der erste Eindruck zwar meist mitentscheidend ist, aber nach kurzer Probezeit sich die Dinge ändern. Das Asus gehört auch in diese Kategorie.

Das Notebook wirkt sehr wertig gefertigt und die Oberfläche ist mindestens so empfindlich wie stylisch. Das Gerät gefällt mir fast auf Anhieb, wenn da nicht das Touchpad wäre.

Meine Wahrheit über QHD | Retina

Im Vorfeld habe ich über QHD viel gelesen und wahrscheinlich viel von Leuten, die es selbst noch nie gesehen haben oder keine Ahnung von Einstellungen hatten. QHD ist besser als FHD und zwar selbst dann, wenn man das Display mit FHD betreibt. Das wirft bei mir gleich zwei massive Fragenkomplexe auf, die ich kurz beantworten möchte.

  1. Seit wann soll es gut sein, wenn man einen Bildschirm abseits seiner nativen Auflösung betreibt? QHD weist ein identisches Seitenverhältnis auf, was komische Linieneffekte verhindert. Zudem reden wir hier von QHD auf 13" und da werden die Ungenauigkeiten so genau abgebildet, dass die alten Weisheiten völlig aus der Luft gegriffen scheinen. Zudem wirkt das Bild trotzdem schärfer als auf einem FHD Display. ABER nicht bei jeder Software. Das Spektrum reicht hier sehr weit in BEIDE Richtungen. Auch bei QHD wirken manche Dialoge matschig.
  2. Warum sollte man sich QHD kaufen, wenn man ohnehin nur FHD nutzt? Ich zeichne recht viele ScreenCasts auf und da bewährt sich die Auflösung von FHD derzeit. Zum einen ist es für den Zuschauer schon so zu klein und zum Anderen bläht mehr Auflösung nur den Workflow auf. Das Bild ist dennoch schärfer als mit einem FHD Display und man kann immer mal ausprobieren, wie weit die Software ist. Zudem zahlt sich der FHD Modus beim Anschließen von FHD-Beamer/Display aus, weil das Bild dann passt. Würde man in QHD den Zoom auf 175% stellen und dann den FHD Display anschließen, bleibt bspw. bei Lightroom kein Bild mehr übrig, weil die Menü´s alles einnehmen. Bleibt also ein etwas schärferes FHD Bild und die Möglichkeit mal in die Zukunft zu schauen.

Das würde alles so stimmen, wenn das QHD-Notebook im FHD-Betrieb nicht so uneendlich instabil laufen würde. Das war für mich der ausschlaggeben Grund für den Tausch gegen das FHD Gerät. Ich habe es nicht hinbekommen, dass das Gerät im FHD-Modus nicht flackert und das Bild komplett unbrauchbar wird. Egal welchen Treiber oder Einstellung ich verwendet habe, spätestens nach einer oder zwei Standbypause(n) war es nicht mehr haltbar und ein Neustart musste her. Deshalb leider doch wieder ein FHD Gerät.

Das Gerät wird getauscht

Ich habe mich im Endeffekt nach den ersten zwei/vier Wochen gegen QHD entschieden und weil das Notebook sonst sehr gefiel, bestellte ich die FHD Version des Notebooks. Jap das Display ist so lala..besser als bei unserem alten Ultrabook, aber doch Meilenweit hinter dem QHD-Display. Was solls..es flackert nicht und es lebt ohnehin nicht ewig. Achja..das andere Asus hier ist über 4 Jahre alt und tickt noch wie am Anfang dank SSD Upgrade und i5. Das hat mich auch davon überzeugt, nicht 50% Aufpreis für mein Lenovo Favoriten auszugeben. Selbst wenn ich den TrackPoint schmerzlich vermisse.

Arbeiten mit dem Gerät

Als Thinkpad-Mensch kann man mit dem ASUS arbeiten, aber das Touchpad ist eine Zumutung, das Tastaturlayout gewöhnungsbedüftig. Die Haptik ist dabei weniger das Problem bei der Tastatur und auch sonst ist es jammern auf sehr hohem Niveau. Das Display ist für ein Ultrabook der Hammer in Helligkeit, Schärfe und Bildqualität. Achtung hier stellte ich einen massiven Unterschied zwischen dem UX303 und UX305 fest, kann aber Zufall gewesen sein, war für mich aber der Hauptgrund war, doch das UX305 zu nehmen. So extrem gut wie in den Tests ist es dann aber nicht, zumindestens ist noch viel Luft bis zu einem ambitionierten Grafikbildschirm von EIZO und DELL (und sicher ebenso zu den vielen Anderen).

Wofür nutze ich das Gerät? Als Pixel|Code Mensch brauche ich zum einen meine winzige Entwicklungsumgebung samt Server. Das schafft jedes Notebook. Wobei es schon sehr flott läuft. Viel anspruchsvoller sind Arbeiten mit Lightroom, Photoshop, Premiere, Magix Video, PagePlus und Camtasia. Es ist zwar nur mein mobiles Notizbuch und für die echte Nachbearbeitung setzen wir auf eine Workstation, aber für den Teil, den ich gern mobil erledige, ist es verwunderlich flott. Man darf nicht vergessen, dass das Gerät ein Bruchteil der Workstation kostet und ein Ultrabook ist. Ultra kommt hier sehr stark vom Formfaktor. Die 8GB Ram sind knapp, aber machbar und der Prozessor ist nicht das Problem. Von der Grafikbeschleunigung merke ich nichts. Der Arbeitsfluss wird nicht schneller wenn es in Lightroom aktiviert ist.

Leistung zu Preis

Entschuldigung, es mag nicht billig sein, aber preiswert ist es auf jeden Fall. Ein derartig wertiges Gerät, was man direkt für alles nehmen kann, was man so braucht, ist mit 1099€ schon sehr gut kalkuliert. Zudem sind die Schwachstellen, die unser erstes Asus hatte, alle behoben worden und ich bin gespannt, wie es sich über die Zeit schlägt. Einzig das jetzt super flach bündig aufliegende Gerät macht merkliche Abdrücke von der Tastatur auf dem Bildschirm entstehen.

Warum eigentlich kein Tablet?

Ich habe alles versucht und im Alltag getestet. Android-Tablet in verschiedenen Größen, Windows-Tablet sowie Phone und komme zu dem Entschluss..ich bin nicht Tablet-kompatibel. Mails nur unterwegs lesen bietet mir kaum Mehrwert und beim Schreiben mag ich Tasten. Bilder mal so ansehen..naja dafür brauche ich es nicht. Surfen finde ich alles, aber komfortabel finde ich es nicht. Vielleicht ist das alles noch nicht soweit, aber als Begleiter ist es einfach nix für mich. Zugegebenermaßen war dies ein teurer und langwieriger Lernprozess, der sicher sehr individuell abgelaufen ist.

Trickkiste und was ich noch sagen wollte

Die 256GB SSD sind viel zu klein..das stimmt, aber ich muss die Daten am Ende ohnehin auf NAS und Workstation transportieren. Meine Medien speichere ich deshalb auf einer sehr flotten Samsung T1. Lediglich die Programmierarbeiten verbleiben auf der D-Partition und werden direkt per WLAN auf das NAS synchronisiert. Hätte es 512GB gegeben, sie wären gekauft, könnte man aber später auch nachrüsten.

Cloudspeicher ist übrigens keine wirkliche Option. Ich habe dumme Angewohnheiten. So arbeite ich im flotten Wechsel zwischen in Summe 5 Computern. Da produziert man schneller Syncfehler als man Nettodaten transportieren kann. Daher speichere ich viele Daten zentral. Bei den Projektdaten merkt man dies kaum und es verschlankt das System zusätzlich. Gekauft habe ich es vordergründig als "immerdabei" und echter PC, nicht um es als mein Hauptarbeitstier zu nutzen.

Es fehlen ein paar Anschlüsse, so würde ich mir sehr ein Netzwerkanschluss wünschen und ein Standard HDMI würde mir das Leben sehr vereinfachen. Klar..der Formfaktor wäre wohl futsch und die Gehäusestabilität ebenso, aber die ständige Adaptiererei ist schon lästig und zerstört im Endeffekt ebenso meinen Formfaktor. Neben dem dünnen Ultrabook hat man so eine Tasche mit lauter Adaptern und den eigentlich benötigten Adapter immer daheim auf dem Schreibtisch ;-)